Von Delegationskaisern und Liquid-Democrazy in der Piratenpartei Österreichs

Nein, in der Überschrift befindet sich kein Rechtschreibfehler. Wie die Piratenpartei Österreichs zu ihren Abstimmungsergebnissen kommt, ist in der Tat ein wenig „crazy“. So nutzt sie zur Meinungsfindung eine Software namens „Liquid“. Eigentlich hieß die Software einmal „Liquid Democracy“, wurde aber vom einem Piraten namens Lava weiterentwickelt, sodass sie nun nur noch „Liquid“ heißt.

Liquid (Democracy) ist eine Software, um möglichst vielen Leuten Zugang zu Abstimmungen zu ermöglichen und daraus einen möglichst breiten Konsens herzustellen. Zentrales Feature von Liquid: Man kann in bestimmten (oder auch allen) Themenbereichen, in denen man selbst nicht so gut bewandert ist, auf einen Kollegen delegieren, den man in diesem Bereich für kompetent hält. Was aber von manchen als Feature gesehen wird, kann auch leicht als Bug wahrgenommen werden. Continue reading

Digitale Demenz — Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer an der DHBW Stuttgart

[www.youtube.com/watch?v=FnDEF7Aw9HI]

Review von Rüdiger Plantiko

Ein sehr lebendiger, gut nachvollziehbarer, für Laien verständlicher Vortrag über neuere  Ergebnisse der Hirnforschung.

Es ist demnach erwiesen, dass die Mediennutzung im Kindheits- und Jugendalter einen – je nach täglicher Nutzungsdauer – retardierenden bis katastrophalen Einfluss auf die Bildung von Jugendlichen hat (Bildung im weitesten Sinne verstanden als die allseitige Ausbildung der im Menschen angelegten Begabungen und Fähigkeiten).

Gedächtnisleistung, Wortschatz, Kreativität, Intelligenz, Sozialkompetenz, Lesekompetenz u.v.a.m. leiden, wenn Kinder und Jugendliche nicht über die altbewährte Dreiheit von „Herz, Hand und Hirn“ lernen, sondern die reale, körperliche, „nichtvirtuelle“ Ebene zu kurz kommt. Continue reading

Amelia Andersdotter – Wie du dabei helfen kannst, das EU-Urheberrecht zu reparieren

von torrentfreak.com

Am 16. Juni 2015 wird das EU-Parlament darüber abstimmen, wie sich die EU-Urheberrechtsreform entwickeln wird. Auf dem Tisch liegen all die vernünftigen Vorschläge: File-Sharing legalisieren, Peer-to-Peer fördern und Technologien ermöglichen, die transparent und nachvollziehbar sind. Aber all die unvernünftigen Vorschläge sind ebenfalls da: strengere Gesetze, die Menschen bestrafen! Wenn die Leute nicht bestraft werden — dann werden ihre Service-Provider bestraft, bis die Menschen von ihren Service-Providern durch untragbare technische Normen und digitale Schlösser in Käfige eingesperrt werden.

copyright-brandedDie Pro-Urheberrecht-Lobbys gehören zu den am besten organisierten der ganzen Welt, gleich hinter den Lobbys der Tabakkonzerne. Sie versammeln ihre Mitarbeiter und Auftragnehmer und erzählen ihnen, dass echte Menschen und echte Internet-Nutzer ihnen Schaden zufügen wollen.

Als ich noch im EU-Parlament war wurde ich einmal von einer jungen Mutter mit zwei Kindern besucht, die sich gefragt hat warum ich versuche, ihre Kinder ohne Nahrung und ohne Bildung auf die Straße zu setzen. Sie war eine Drehbuchautorin für den sich aus Steuergeldern finanzierenden deutsch-französischen Fernsehsender ARTE. Continue reading

Wir machen was – Transkript Vienna.at Interview mit WIEN ANDAS [sic] Spitzenkandidatin Juliana Okropiridse

Link zum Originalinterview

Vienna.at: Wir begrüßen heute bei uns im LIVE-Interview Juliana Okropiridse, die Spitzenkandidatin von Wien Andas. Wir freuen uns, dass sie kommen konnten.

Juliana Okropiridse: Hallo. Danke für die Einladung. *lacht*

Vienna.at: Wien Andas ist ja als Zusammenschluss von 4 Parteien entstanden: KPÖ, Piratenpartei, Plattform der Unabhängigen und ECHT GRÜN. Wie wie viel von den einzelnen Parteien steckt noch in Wien Andas drinnen?

Juliana Okropiridse: Hm, da muss ich erstmal dazusagen, dass die Plattform der Unabhängigen gar keine Partei ist sondern einfach ein Zusammenschluss von Leuten, die sich rund um die Europawahl, wo wir als Europa Anders angetreten sind. Gegründet haben wir uns, halt seitdem haben sie sich immer mehr verfestigt als gemeinsame Plattform einfach für Leute, ähem … und … bei der Europawahl war ja auch noch der WANDEL dabei, der ist diesmal nicht dabei und ich denk, dass sehr sehr viel natürlich in diesem Bündnis von den einzelnen Parteien steckt, und, äh, vor allem die KPÖ und die Piratenpartei sind die Parteien, die bundesweit halt Leute haben in ganz Österreich. ECHT GRÜN ist ja nur aus einem Bezirk und ich denke wir haben halt sowohl bei der Europawahl als jetzt auch für die Wienwahl einfach eingesehen, dass wir sehr viel Überlappungen haben, rein programmlich und auch ideologisch, äh, und dass es deswegen sehr viel Sinn macht natürlich gemeinsam anzutreten, äh, die Kräfte halt irgendwie zusammenzuführen und nicht da gegeneinander zu ringen. Und ich bin nach wie vor sehr sehr froh mit der Entscheidung weil ich denke, dass es wahnsinnig gut funktioniert und glaub auch, dass es die pragmatischte und schönste und angenehmste Lösung für alle Beteiligten ist und dass die Motivation innerhalb der einzelnen Parteien und Teile dieser Plattform wieder gestiegen ist und wir immer mehr Leute dazugewinnen, die auch als unabhängige Personen, also die an keinem von dieser Dinge beteiligt sind, sich aber an Wien Andas beteiligen wollen und da einen aktiven Beitrag leisten was ich sehr sehr schön finde. Continue reading

Oe24.at – Absichtliche Bilderberger-Desinformation oder naives Mickey Mouse-Niveau?

… oder nicht der journalistischen Recherche fähig?

Alle Jahre wieder … kommt nicht nur das Christuskind, sondern auch die allseits beliebte Bilderberger-Konferenz, jedenfalls seit 1954. Da diese Konferenz im Jahr 2015 im hiesigen Österreich, genauer gesagt in Telfs, Tirol, stattfindet, finden sich auch in österreichischen Tageszeitungen immer häufiger Hinweise auf diese Veranstaltung. Die Zeitungsartikel über Bilderberger-Treffen kann man aber nicht seit 1954 bestaunen, denn das elitäre Netzwerk hat erst in den letzten 15 Jahren beschlossen, mit der vollständigen Geheimhaltung der Meetings aufzuhören. Wenn man beispielsweise in den 80ern oder 90ern alleine die bloße Existenz der Bilderberger-Veranstaltungen angesprochen hätte, wäre man vermutlich wie jemand behandelt worden, der im Mittelalter behauptet hätte, dass die Erde keine Scheibe und nicht der Mittelpunkt des Universums ist. Continue reading

Meanwhile on Soup.io

Eigentlich von Tumblr gefladert, so wie fast der ganze Content auf Soup.io…

Das ist richtig… sogar Erpressung und die Drohung, Frauen zu zerstören, die mit der feministischen Ideologie nicht einverstanden sind, ist durchaus akzeptabel.
(mr-cappadocia)

Militanter Feminismus ist nicht wirklich Feminismus. Wir glauben nicht an Erpressung und Nötigung. Es tut mir leid, dass dir ein paar faule Eier eine falsche Sicht auf uns vermittelt haben.
(prcximity)

Erstens bilden diese „paar faulen Eier“ einen verstörend großen Teil deiner Bewegung. Zweitens würde ich sagen stellen diese „paar faulen Eier“ fast die Gesamtheit des Teils deiner Bewegung dar, die tatsächlich Sachen machen. Die „faulen Eier“ sind diejenigen, die Gesetze verabschieden und ihre Politik allen anderen aufzwingen. Leute wie du sitzen nur herum und wundern sich, warum die Anti-Feministen so wütend sind.

(Hinweis: Sie sind wütend, weil die aktiven Feministen diskriminierende Drecksäcke sind, von denen sich niemand von euch die Mühe macht, sie offen als schlechten Teil eurer Bewegung zu verurteilen oder deren Handlungen in irgendeiner Weise rückgängig zu machen.)

Und darüber hinaus, es liegt nicht an dir zu entscheiden, was „nicht wirklich Feminismus ist“. Wir definieren Dinge basierend auf ihren Aktionen, nicht basierend auf zufälliger Scheiße, die Leuten aus dem Hintern gezogen wird, die absolut keine Ahnung von der Welt um sie herum haben. Und der Grund, warum militanter Feminismus auch Feminismus ist, ist weil ein großer Teil des Feminismus, und fast der ganze aktive Teil des Feminismus militant ist. Du kannst dir deinen „Kein wahrer Schotte“-Trugschluss an den Hut stecken.
(theeldritchdreamer)

Verstörend groß. Kannst du das belegen?
Und sie sind die einzig aktiven Feministen? Kannst du das auch belegen? Glaubst du wirklich, dass nur Feminazis rausgehen und etwas tun? Ich hoffe, du weißt es besser.

Darüber hinaus können wir schon entscheiden, was das Richtige ist. Definitionen existieren aus einem bestimmten Grund, und sie ermöglichen uns festzustellen, wer wirklich auf unserer Seite ist. Wenn wir keinen Anspruch auf die schwarzen Schafe erheben, dann gehören sie nicht zu uns.

Und auf ähnliche Weise kannst du dich auf Trugschlüsse berufen, wenn du in einer formalen Debatte mit jemandem bist. Dies ist keine Debatte. Dies ist soetwas wie eine fundierte Diskussion. Du versuchst dich mit großen Reden durchzuschummeln, aber ich kann irgendwie verstehen, warum. Deine Herablassung wird langsam langweilig. (prcximity)

[snip]
Deine vorsätzliche Dummheit sogar noch mehr. Ob es jetzt 40 Millionen „gute“ Feministen gibt oder 5… die „schlechten“ Feministen haben es geschafft eine Debatte an einer der renommiertesten Universitäten abzuwürgen aus keinem anderen Grund als dem Geschlecht der in der Debatte beteiligten.

Und die 18 Milliarden „guten Feministen“ haben sie nicht gestoppt.

Ob es nun ein feministischer „Superschurke“ macht oder nicht ist irrelevant, weil der ganze Rest entweder nicht willens oder nicht in der Lage ist, sie zu stoppen.
Wir sind es müde, den Preis für eure Schwäche zu bezahlen. Oder für eure Unzulänglichkeit.
(mr-cappadocia)

>Glaubst du wirklich, dass nur Feminazis rausgehen und etwas tun? Ich hoffe, du weißt es besser.

Ich stelle hier einen völligen Mangel an Beweisen für deine Behauptung fest.

>Darüber hinaus können wir schon entscheiden, was das Richtige ist. Definitionen existieren aus einem bestimmten Grund, und sie ermöglichen uns festzustellen, wer wirklich auf unserer Seite ist. Wenn wir keinen Anspruch auf die schwarzen Schafe erheben, dann gehören sie nicht zu uns.

Was wenn ich dir sagen würde, dass es eine Feministin gibt, die sagte, dass ein Mann, der sich nicht-letal gegen eine Frau wehrt, die ihn umzubringen versucht, „häusliche Gewalt“ war?

Was wenn ich dir sagen würde, dass der Name dieser Feministin Anita Sarkeesian ist?

Was, wenn ich darauf hinweisen würde, dass du sagst, dass die „schwarzen Schafe“ nicht zählen würden bevor du überhaupt weißt, von wem Capp redet?

Was, wenn ich eine Sammlung von Definitionen über Feminismus habe, die besagen, dass es um Frauen geht?

tumblr_n8kcchfztu1rluoaco1_540Was, wenn ich sagen würde, dass du nicht wirklich beschrieben hast, wie der „echte“ Feminismus aktiv gegen die problematischen Feministen vorgeht, sondern nur die Bewegung beschrieben hast, wie sie in eine andere Richtung schaut?

Was, wenn ich darauf hinweisen würde, dass du durch deine eigene Beschreibung das Problem nicht wirklich löst, so wie es Capp sagte?

>Und auf ähnliche Weise kannst du dich auf Trugschlüsse berufen, wenn du in einer formalen Debatte mit jemandem bist. Dies ist keine Debatte. Dies ist soetwas wie eine fundierte Diskussion. Du versuchst dich, mit großen Reden durchzuschummeln, aber ich kann irgendwie verstehen, warum.

Nope. Irrtümer sind nicht auf formale Debatten beschränkt, und diese Behauptung von dir demonstriert eigentlich deine eigene Unwissenheit über sie. Sie sind eine bequeme Abkürzung für logische Fehler.

Es ist schon bezeichnend, dass die meisten Feministen, die ich gesehen habe, die mit diesen extremistischen Mitgliedern nichts zu tun haben wollen, es den Leuten sagen, die sich darüber beschweren und es wird nicht den schlechten Feministen selbst gesagt.

Ich liebe es, wie du nicht wirlich sagst, dass es kein Trugschluss ist, sondern nur, dass Capp ihn nicht verwenden soll.

>Deine Herablassung wird langsam langweilig.

Sagte der heuchlerische Feminist, unmittelbar nachdem er sich jemandem gegenüber herablassend verhalten hat.
(siryouarebeingmocked)

Ich sagte, dass ihre Herablassung langweilig wird, nicht, dass ich gegen Herablassung bin. Brauchst du… Brauchst du Hilfe beim Versuch mich zu beschämen oder nicht?
Nur einmal würde ich gerne jemanden treffen, der seine Salven auf mich abfeuert und dadurch Schaden verursachen kann. Es ist nicht zuviel verlangt. Komm schon.
(prcximity)

Wir versuchen nicht, dir Schaden zuzufügen, du verdammter Idiot, wir versuchen dich aufzuwecken, auch wenn wir die ganze Scheiße aus dir herausschütteln müssen, um das zu tun.

Ich meine, Jesus, niemand hier hat dich bedroht… oder versucht, dich einzuschüchtern… oder deine Schwester die Tochter einer mutterlosen Ziege genannt…

Ich werfe dir vor, dass du absichtlich dumm bist, weil du es bist. Das geschieht nicht, um deine Gefühle zu verletzen, ich kenne dich nicht genug um mich über dich oder deine Gefühle zu kümmern. Um was ich mich kümmere ist die Verbreitung von Unwissenheit, Propaganda und Pseudowissenschaft.

Und du bist der hart arbeitende Vater von allen drei.

Der Wunsch ist also nicht, dich zu brechen, oder dich zu verletzten oder auch nur deinen Tag zu versauen… es ist um zu zeigen, dass du auf der Seite der bösen Jungs bist und du das nicht weißt, weil die bösen Jungs sehr gut darin sind, böse Jungs zu sein.
(mr-cappadocia)

Quelle

Wir waren wo – Bildergalerie vom Hanfwandertag 2015, Wien

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Schluss mit der Kriminalisierung von Hanf Konsumenten

Quelle: Piratenpartei Oberösterreich

Auch dieses Jahr findet in Wien wieder der alljährliche Hanfwandertag statt. Ziel dieser Parade ist es ein Umdenken in der Drogenpolitik bezüglich Hanf zu bewirken. Es werden wieder tausende Menschen erwartet und auch die Piratenpartei ist wieder mit dabei um dieses “Tabuthema” aufzugreifen. Wir hoffen, dass in der Cannabispolitik neue Wege beschritten werden, besonders was den Schutz und die Aufklärung von Jugendlichen betrifft.

Die Piratenpartei fordert eine Legalisierung von Cannabis.

Für Details unseres Parteiprogramms, gerade im Falle der Drogenpolitik findet ihr hier alle nötigen Informationen:
https://wiki.piratenpartei.at/wiki/Parteiprogramm#Drogenpolitik

Starten wird die Veranstaltung am Samstag, dem 2. Mai, um 12 Uhr am Wiener Westbahnhof (Europaplatz) wo bis 15 Uhr einige Internationale Musiker wie Hans Söllner auftreten werden.

Details zum Programm findet Ihr hier:
http://www.hanfwandertag.at/programm/

Wenn dieses Thema auch dich betrifft dann sei am 2. Mai dabei und schließ dich der größten Parade für eine Cannabis-Legalisierung in Österreich an.

Bericht von der LGV2015-2 der Piratenpartei Wien am 17.4.2015

Vergangenen Freitag, dem 17.04.2015, hat die Piratenpartei Wien zu ihrer zweiten Landesgeneralversammlung (LGV) des Jahres eingeladen. Hat sie das aber wirklich, eingeladen? Ein Blick auf die Webseite der Wiener Landesorganisation verrät, dass der dort eingebundene Google-Kalender schon seit längerem seinen Geist aufgegeben hat. Die letzten drei dort veröffentlichten Beiträge drehen sich alle um Wien Andas [sic], der Vierte handelt von der ersten LGV der Wiener Piraten 2015.

Auf der Bundeshomepage der Piraten gibt es zumindest einen ein Monat alten Blogpost von Bundesvorstand (BV) VinPei, der auf die Veranstaltung hinweist. Der dortige Kalender funktioniert zwar, aber auch hier findet sich kein Eintrag für die zweite LGV der Wiener Piraten. Erschwerend hinzu kam der Umstand, dass Freitag Nachmittag für das arbeitende Volk nicht wirklich optimal ist. Und da zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrags (Sonntag Abend) noch kein wie auch immer geartetes Protokoll vorliegt, muss dieser Bericht aus dem Gedächtnis und mitgeschriebenen Notizen erstellt werden.

Als der Autor dieser Zeilen die PirateBase in der Schadinagasse im 17. Wiener Gemeindebezirk gegen 17:30 betrat, war die LGV schon voll im Gang und die Landesvorstände (LVs) berichteten gerade über ihre Tätigkeiten seit der letzten abgehaltenen LGV, die sich ebenfalls in der PirateBase am 1. Februar dieses Jahres zugetragen hat. Der Grund für diese zweite, in so kurzer Folge abgehaltene LGV, war, weil beim ersten Versuch die Zustimmung zum Wahlbündnis nicht ganz statutenkonform erfolgt ist. Dies sollte nun in einem zweiten Anlauf unter Dach und Fach gebracht werden.

LV faithless berichtete über die abgehaltene Arbeitslosen-Passion am Stephansplatz, wobei Pirat Anatol bemerkte, dass ein interessierter Passant weggeschickt wurde, der meinte, „dass er ein Problem mit Kommunisten bei einem Wahlbündnis hätte“. Angeblicher Grund von LV faithless für das Wegschicken: „Nicht unsere Zielgruppe“. Darauf konterte faithless, dass der interessierte Passant ausländerfeindliche Tiraden von sich gegeben hätte, und man ihn deswegen weggeschickt hätte. Auch ein Nachfragen meinerseits brachte leider keine Klarheit darüber, was nun wirklich vorgefallen ist: Ein Wegschicken wegen eines „Problems mit Kommunisten“ oder eines „Problems mit Ausländern“. Eine Sache begann sich zu diesem Zeitpunkt jedoch schon abzuzeichnen: Die Kommunikation und Diskursbereitschaft war bei dieser LGV eindeutig nicht die Beste.

Weiter zu den Anträgen. Antrag 1 kam von LV Danton und trug den Titel „Gründung einer Landespartei“. Diese sei ein „rein organisatorisches Vehikel“ und diene dazu, der Landesorganisation Wien (LO Wien) „gerade im Hinblick auf die Landtags- und Gemeinderatswahlen eine organisatorische und finanzielle Eigenständigkeit“ zu gewährleisten. Wie gut das in der Vergangenheit geklappt hat, weiß der erfahrene Pirat, der sich an die „organisatorische Eigenständigkeit“ einer Piratenpartei Tirol unter Alexander Ofer oder einer Piratenpartei Salzburg unter Wolfgang Bauer zurückerinnern kann. Dass dieser Schritt auch die Gefahr einer Abspaltung mit sich führen kann, besonders unter Beachtung des Wahlbündisses Wien Andas [sic], wurde, was für eine Überraschung, natürlich nicht angesprochen. Wie der Antrag ausgegangen ist, muss leider nachgereicht werden, wenn das Protokoll veröffentlicht wird.

Antrag 2 kam vom gesamten amtierenden LV, also faithless, Danton und dem abwesenden Peter. Das Wahlbündnis sollte nun auch statutengerecht in trockene Tücher gebracht werden. Also der Hauptgrund dieser Veranstaltung. Und, wir sind wieder mal völlig überrascht, bestätigten die anwesenden Stimmberechtigten die Abstimmung der ersten LGV vom Februar, nachdem der LV kräftig die Werbetrommel pro Bündnis gerührt hat. So lobte faithless die „sachliche Arbeit der KPÖ“. Es wird von der KPÖ ein „zinsloses Darlehen“ in der Höhe von 100.000 €uro geben, welches auch im Fall, dass das Geld durch die Wahlkampfkostenrückerstattung nicht wieder hereinkommt, nicht zurückbezahlt werden muss. Vom LV wurde versichert, dass dadurch keine Schulden enstehen könnten. Diese Aussage steht aber diametral zum Bündnisvertrag, wo es heißt:

Alle aktiv beteiligten Gruppen und Parteien sind aufgefordert, zinsenlose Darlehen für die Wahlkampagne einzubringen, deren Rückzahlung unabhängig vom Wahlergebnis innerhalb der Legislaturperiode gewährleistet sein muss. Die KPÖ wird ein zinsenloses Darlehen in die Wahlkampagne einbringen.

Neben der sachlichen Arbeit der KPÖ und dem noch nicht ganz geklärtem Geldsegen in Höhe von 100.000 €uro wurde auch die Produktivität von Wien Andas [sic] Treffen gelobt und dazu aufgerufen, sich doch dort einzubringen. Auf Nachfrage, warum nur Wien Andas [sic] Treffen beworben werden und keine Treffen der Piratenpartei Wien, kam als Antwort zurück: Kommunikationsproblem! Und dieses schien sich auch wie ein roter Faden durch den Abend zu ziehen.

In 7 Bezirken sollen die Piraten die Spitzenkandidaten stellen, in 10 die KPÖ und der Rest soll von den Unabhängigen LeninistInnen beackert werden.

Antrag 3 lautete, dass die Piratenpartei Wien „kein eigenes Wahlprogramm zum Wahlkampf“ beisteuern soll, welcher auch eine Mehrheit fand. Somit verpassen die Piraten Wien eine weitere Möglichkeit, ihr Profil im Bündnis schärfen zu können.

Antrag 4 behandelte eine Fristverkürzung für die Einberufungsphase der LGV, um beim nächsten Mal flexibler gestalten zu können. Auch hier wird das Ergebnis der Abstimmung nachgereicht werden, wenn das Protokoll veröffentlicht wurde.

Fazit

Die Überraschungen hielten sich in extremen Grenzen. Die oberste Priorität, nämlich das Bündnis zu legitimieren, ist dem LV geglückt. Ein ziemlich neues Mitglied beklagte, dass er seine Hilfe per E-Mail dem LV und dem Rat von Wien Andas [sic] zwar angeboten, aber nie Rückmeldung erhalten hätte. Vermutlich schon wieder ein „Kommunikationsproblem“. Bei manchen Anwesenden fiel die Unterscheidung schwer, ob es sich dabei um Piraten oder Junge (oder nicht mehr ganz so junge) Linke gehandelt hat. Als die Stimmkarten bei der Bündnislegitimation bei diesen Personen nach oben gingen, sollte sich schließlich herausstellen, dass es sich um stimmberechtigte Piraten handelte. Manche von ihnen wussten zwar nicht, wer die 9 Jahre alte Piratenpartei Österreichs gegründet hat oder was Torrent-Tauschbörsen sind, aber man kann schließlich nicht alles haben. Abgeschlossen soll dieser Bericht mit einem Zitat eines anwesenden ehemaligen Bundesvorstands werden, der in seinen langen Piratenbart murmelte, als der LV wie so oft ausführte, dass uns die Kommunisten jetzt sicher nicht überrollen werden:

Man muss nichts überrollen, was man schon erfolgreich unterwandert hat.