Karl Marx und die Vermutung einer „richtigen Seite“ der Geschichte

von Richard M. Ebeling, am 5. Juni 2017

Eine der gebräuchlichsten Phrasen, die man von jenen hört, die sich selbst als „links“ verorten, ist die Behauptung, dass eine Person oder eine bestimmte Art der Politik „rechts“ sein soll oder nicht. Es ist beinahe zu einem Mantra für diejenigen geworden, die bei Ideen oder in der Politik anderer Meinung sind, diese hassen oder sich davor fürchten, weil sie im Allgemeinen von jemanden vorgeschlagen wurden, der politisch „rechts“ ist.

Die Idee dahinter ist, dass sich die „Geschichte“ in eine bestimmte Richtung bewegt, hin zu bestimmten spezifischen Zielen und gesellschaftlichen Formen, wobei jeder Schritt im historischen Prozess eine „höhere“ und „bessere“ Stufe oder Ebene darstellt als die vorhergehenden, auf der die „Gesellschaft“ operiert hat.

Das wird auch in der populären Kennzeichnung derjenigen eingefangen, wieder die politischen Linken, die sich in ihren Ansichten und Vorschlägen für soziale Reformen und Wandel als „progressiv“ bezeichnen. Andererseits werden ihre Gegner als „reaktionär“, „konservativ“ oder als „Leugner“ einiger Facetten der Wirklichkeit deklariert. Letzteres sind diejenigen, die bestreiten, in Frage stellen oder ganz generell hinterfragen, ob der „Klimawandel“ allein, in erster Linie oder zumindest in erheblichen Maße von Menschen verursacht wird. Oder ob Amerika noch immer eine rassistischere, frauenfeindlichere oder eine allgemein gegen „soziale Gerechtigkeit“ gerichtete Gesellschaft ist oder auf dem Weg dorthin ist. Continue reading

Wann wird dich die Linke holen kommen?

von Francis Marion, 5. März 2017

Als sie die Sozialisten holten, habe ich geschwiegen.
Ich war ja kein Sozialist.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen.
Ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen
Ich war ja kein Jude.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“
— Von den Nachkriegs-Anti-Nazi-Vorträgen des evangelischen Pfarrers Martin Niemöller.

Aus einer philosophischen Perspektive mag ich es nicht, Themen auf linke und rechte Ideologien runterzubrechen. Es minimiert und degeneriert ein aussagekräftiges Gespräch auf gut einstudierte diametrale Diskussionsbeiträge, die den anhaltenden politischen und sozialen Konflikt nur tiefer festfahren und befördern. Es wurden ein paar Artikel veröffentlicht, die diese gegensätzlichen Positionen sowohl verwenden als auch erforschen, aber der Fokus liegt auf den semi-konstruierten Ergebnissen, die von einem solchen links-gegen-rechts politischen und sozioökonomischen Paradigma erwartet werden. Continue reading